Ein Porsche für die Alpen – aber nicht für Deutschland: Mit dem 911 GT3 Bergsport präsentiert Porsche eine außergewöhnliche Sonderedition seines Hochdrehzahl-Sportwagens.
Lediglich 100 Exemplare werden von der Porsche Exclusive Manufaktur gebaut. Angeboten wird das Fahrzeug ausschließlich in Österreich, Frankreich, Italien und der Schweiz. Deutsche Kunden gehören damit ausgerechnet bei einem Sondermodell des Stuttgarter Herstellers nicht zum vorgesehenen Käuferkreis.
Die Weltpremiere findet am 3. September 2026 bei der Arosa ClassicCar in der Schweiz statt. Porsche-Markenbotschafter Jörg Bergmeister soll den GT3 Bergsport dort auf der 7,3 Kilometer langen Bergrennstrecke mit 76 Kurven präsentieren.
GT3 Touring bildet die Basis
Technisch basiert der Bergsport auf dem aktuellen Porsche 911 GT3 mit Touring-Paket.
Statt einen noch stärkeren GT3 zu entwickeln, konzentriert sich Porsche bei der Edition auf Leichtbau, Handschaltung und eine auf kurvenreiche Passstraßen zugeschnittene Ausstattung.
Das bedeutet auch: Unter der Heckklappe bleibt es beim frei saugenden 4,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor des aktuellen GT3.
Der eigentliche Reiz des Bergsport liegt also nicht in zusätzlichen PS, sondern in seiner Konfiguration und der extrem kleinen Stückzahl.
Sechsgang-Handschaltung statt maximaler Rundenzeit
Besonders gut zum Konzept passt das Getriebe.
Porsche kombiniert die Edition mit einer manuellen Sechsgangschaltung und dem Leichtbau-Paket. Damit richtet sich der Bergsport weniger an Käufer, die auf dem Datenblatt nach der letzten Zehntelsekunde suchen, sondern an diejenigen, die einen möglichst direkten Sportwagen fahren möchten.
Interessant ist dabei eine kleine Besonderheit: Während beim normalen Leichtbau-Paket Magnesiumräder verwendet werden, erhält der Bergsport Aluminiumräder.
Porsche begründet das mit der gezielten Abstimmung auf unterschiedliche Fahrbahnoberflächen alpiner Passstraßen.
90-Liter-Tank für längere Alpentouren
Auch andere Details zeigen, dass Porsche bei dem Sondermodell tatsächlich an Bergstraßen gedacht hat.
Ein Liftsystem an der Vorderachse erleichtert das Überfahren steiler Rampen und schlechter Straßenabschnitte. Gleichzeitig wächst der Kraftstofftank auf 90 Liter, damit auf längeren Touren durch die Alpen nicht ständig die nächste Tankstelle gesucht werden muss.
Und trotz Leichtbau und GT3-Ausrichtung besitzt der Bergsport sogar ein Rücksitzsystem.
Damit ist das Sondermodell für ausgedehnte Touren etwas praktischer ausgelegt als ein kompromissloser Trackday-Elfer.
Eine völlig neue Porsche-Farbe
Optisch dürfte man die 100 Exemplare kaum mit einem normalen GT3 verwechseln.
Porsche hat eigens für den Bergsport die Farbe Valleygreenmetallic entwickelt.
Der Lack soll die Grün- und Brauntöne der Alpenlandschaft aufnehmen. Im Sonnenlicht werden zudem goldfarbene Metallic-Partikel sichtbar, die laut Porsche an frisch gefallenen Schnee in der Sonne erinnern sollen.
Die Räder kombinieren die Farbtöne Weißgold und Ceramica.
Dahinter sitzen auffällig orange lackierte Bremssättel.
Das Orange wiederum soll das sogenannte Alpenglühen symbolisieren – den Moment, in dem die tief stehende Sonne Berggipfel orange und rötlich erscheinen lässt.
Porsche 908 Bergspyder versteckt sich auf der Motorhaube
Noch deutlicher wird die historische Verbindung auf der Fronthaube.
Dort befindet sich eine spezielle Zielflaggen-Grafik, deren Gestaltung vom Porsche 908 Bergspyder inspiriert wurde – jenem extrem leichten Rennwagen, den Porsche Ende der 1960er-Jahre für Bergrennen entwickelte.
Weitere Bergsport-Embleme sitzen an der B-Säule und am Heck.
Das runde Heckemblem zeigt vier Berggipfel, die für die vier Länder stehen, in denen das Auto verkauft wird: Österreich, Frankreich, Italien und die Schweiz. Eine Serpentinenstraße schlängelt sich davor durch die stilisierte Berglandschaft.
Selbst im Innenraum gibt es Berggipfel
Auch innen hat Porsche das Thema ungewöhnlich konsequent umgesetzt.
Die klappbaren Carbon-Vollschalensitze sind mit Leder in der eigens entwickelten Farbe Valleygreen bezogen. Orangefarbene Nähte und GT3-Schriftzüge auf den Kopfstützen setzen Kontraste.
Orange findet sich außerdem am Zündschalter, am Gaspedal, an der 12-Uhr-Markierung des Lenkrads und sogar am Schaltschema des Schalthebels.
Besonders ungewöhnlich sind die Nähte auf Türen und Instrumententafel: Schwarze und weiße Fäden bilden dort im Kreuzstich kleine stilisierte Bergsilhouetten.
BOSE-Soundsystem, Licht-Design-Paket und Sport-Chrono-Paket mit Porsche-Design-GT-Uhr gehören ebenfalls zur umfangreichen Ausstattung.
Selbst Autoschlüssel, Schlüsseletui und Dokumentenmappe erhalten eine eigene Bergsport-Gestaltung.
Und passend zum Porsche gibt es Bergsport-Ski
Porsche wäre allerdings nicht Porsche, wenn das Sondermodell beim Auto enden würde.
Passend zum GT3 Bergsport entsteht eine eigene Lifestyle-Kollektion mit Modellautos, Caps, Hoodies, Thermobechern und Schlüsselanhängern.
Das kurioseste Zubehör sind allerdings GT3-Bergsport-Ski, die Porsche gemeinsam mit dem österreichischen Hersteller HEAD entwickelt hat. Sie sollen zur Wintersaison 2027/2028 auf den Markt kommen.
Nur 100 Stück – und keiner davon offiziell für Deutschland
Einen Preis nennt Porsche in der Pressemitteilung nicht.
Die Kombination aus nur 100 Fahrzeugen, Porsche Exclusive Manufaktur und der Beschränkung auf vier Märkte dürfte allerdings dafür sorgen, dass der GT3 Bergsport schnell zum Sammlerstück wird.
Vor allem die geografische Limitierung macht das Modell ungewöhnlich. Ein deutscher Interessent kann zwar praktisch vor der Haustür des Herstellers wohnen – offiziell kaufen kann er den Bergsport dort trotzdem nicht.
Vielleicht ist das sogar die konsequenteste Besonderheit dieser Edition: Wer einen Porsche für die Alpen möchte, muss zunächst einmal die deutsche Grenze überqueren.
Quelle: Porsche AG, 1. September 2026.
Porsche Newsroom – GT3 Bergsport mit offiziellen Pressebildern
