Eine Luxusyacht von der Stange? Für viele Eigner kaum vorstellbar. Doch auch bei sogenannten Semi-Custom-Yachten beschränkt sich die Individualisierung häufig auf unterschiedliche Materialien, Farben und Ausstattungsdetails.
Numarine geht bei seiner neuen Classic Line nun einen deutlich größeren Schritt. Die türkische Werft hat gleich fünf international renommierte Designstudios damit beauftragt, vollkommen unterschiedliche Interieur-Konzepte für ihre neuen Superyachten 38XPC und 39MXPC zu entwickeln.
Das Ganze trägt den Namen „Numarine Atelier“ – und soll zukünftigen Eignern nicht lediglich fünf Farbwelten, sondern fünf unterschiedliche Vorstellungen davon bieten, wie luxuriöses Leben auf See aussehen kann.
Fünf Designstudios aus fünf Ländern
Für das Projekt hat Numarine eine internationale Auswahl an Designern zusammengestellt.
Mit dabei sind Hot Lab aus Italien, Ofist aus der Türkei, Vallicelli Design aus Italien, Sturge & Toth aus Großbritannien und Österreich sowie Carla Guilhem Design aus den USA.
Eine feste Materialpalette gab Numarine den Studios bewusst nicht vor.
Stattdessen konnten die Designer eigene Kombinationen aus Holz, Naturstein, Textilien, Metall und unterschiedlichen Oberflächen entwickeln. Das Ergebnis sind fünf Interieurs, die teilweise kaum wirken, als gehörten sie zur gleichen Yachtserie.
Von mediterran bis extravagant
Hot Lab setzt beispielsweise auf warme Naturhölzer, helle Steinoberflächen und dezente orangefarbene Akzente.
Ofist wählt dagegen eine deutlich kontrastreichere Gestaltung mit Dunkelblau, kräftigen Holztönen, weißer Polsterung und cognacfarbenem Leder.
Carla Guilhem Design interpretiert das Thema leichter und dekorativer. Cremefarben, zurückhaltendes Grün und Rosétöne treffen auf botanische Motive und geschwungene Formen.
Sturge & Toth setzt auf eine ruhige, natürliche Atmosphäre mit hellem Holz, Cremefarben und Grün – im Badezimmer sorgt dagegen auffälliger dunkelgrüner Stein für Kontrast.
Vallicelli Design verfolgt schließlich einen eher architektonischen Ansatz mit warmen Hölzern, hellen Steinflächen, geschwungenen Möbeln und skulptural gestalteten Decken.
Luxus soll nicht nur gut aussehen
Trotz der unterschiedlichen Gestaltung gibt es eine gemeinsame Philosophie.
Numarine betont, dass die Räume nicht nur spektakulär aussehen, sondern vor allem über längere Zeit tatsächlich bewohnt werden können.
Stauraum, Bewegungsfreiheit, Funktionalität und die Verbindung zwischen Innen- und Außenbereichen spielten deshalb bei allen fünf Konzepten eine zentrale Rolle.
Das passt zur eigentlichen DNA der Werft: Numarine ist vor allem für Explorer-Yachten bekannt, die für lange Reisen und hohe Autonomie ausgelegt sind.
Sauna, Kältetherapie und Licht für den Schlafrhythmus
Besonders interessant wird es in den Badezimmern.
Numarine hat für die Classic Line ein optionales Wellness-Konzept entwickelt, das weit über ein gewöhnliches Luxusbad hinausgeht.
Dazu gehören unter anderem Infrarotsauna, Kältetherapie und regenerative Duscherlebnisse. Hinzu kommen aufbereitetes Wasser und gereinigte Luft.
Selbst die Beleuchtung wird Teil des Wellness-Systems: zirkadianes Licht soll sich am natürlichen Tagesrhythmus orientieren und unter anderem Schlaf und Erholung unterstützen.
Numarine spricht deshalb nicht mehr von einem klassischen Yacht-Spa, sondern von einer Umgebung, die Wohlbefinden, Regeneration und Lebensqualität während längerer Reisen verbessern soll.
38 und 39 Meter lange Basis
Die neue Classic Line hatte Numarine bereits im Frühjahr vorgestellt.
Den Anfang machen die 38XPC mit rund 38 Metern Länge und die 39MXPC mit rund 39 Metern. Beide basieren auf bewährten Long-Range-Plattformen der Werft. Für das Außendesign zeichnet Can Yalman verantwortlich, die Schiffskonstruktion stammt von Umberto Tagliavini.
Dabei soll „Classic“ keineswegs bedeuten, dass die Yachten wie historische Schiffe aussehen.
Numarine setzt vielmehr auf klare Proportionen und eine bewusst zeitlose Gestaltung – als Gegenentwurf zu Designtrends, die nach wenigen Jahren bereits überholt wirken können.
Die 39MXPC orientiert sich stärker am mediterranen Lebensstil und besitzt unter anderem einen neu gestalteten Heckbereich mit Jacuzzi und großer Terrasse unmittelbar am Wasser. Die 38XPC interpretiert dagegen stärker den Stil klassischer Gentleman-Yachten.
Mehr Auswahl statt scheinbarer Individualisierung
Numarine-CEO Patrik von Sydow sieht hinter den fünf Interieurs auch eine strategische Entscheidung.
Potenzielle Käufer sollen nicht erst anhand kleiner Materialmuster versuchen müssen, sich ihre spätere Yacht vorzustellen. Stattdessen erhalten sie fünf vollständig ausgearbeitete kreative Ausgangspunkte, die anschließend weiter individualisiert werden können.
Damit versucht Numarine letztlich, eine Lücke zwischen Serienplattform und vollständig individuell entworfener Superyacht zu schließen.
Und vielleicht ist genau das der eigentliche Luxus des „Numarine Atelier“: Nicht zwischen fünf Farben wählen zu dürfen – sondern zwischen fünf vollkommen unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben auf einer Superyacht.
Quelle: Numarine, Mitteilung vom 28. August 2026.
