18 Unterkünfte, kilometerlanger Strand und so viel Privatsphäre, dass selbst ein ausgebuchtes Hotel beinahe leer wirken soll: Mit dem Amanvari hat die Luxusmarke Aman ihr erstes Resort in Mexiko eröffnet.
Das neue Refugium liegt nicht im touristischen Zentrum von Cabo San Lucas, sondern rund 80 Kilometer entfernt am deutlich abgeschiedeneren East Cape von Baja California Sur. Zwischen Wüste, Bergen und dem Sea of Cortez entstand dort eines der exklusivsten neuen Resorts Mexikos.
Und exklusiv bedeutet in diesem Fall auch ausgesprochen teuer.
Rund 4.700 Dollar für eine Nacht
Die Financial Times hat das Amanvari gerade besucht und nennt Einstiegspreise von etwa 4.700 US-Dollar pro Nacht, bereits einschließlich der mexikanischen Mehrwertsteuer und einer Servicegebühr von 15 Prozent.
Je nach Unterkunft und Termin können daraus rund 6.000 Dollar pro Nacht werden.
Andere aktuelle Preisabfragen fallen sogar noch höher aus: Caribbean Journal fand auf der Aman-Webseite einen Preis von 6.971 Dollar pro Nacht für eine Casita mit privatem Pool. Die Preise schwanken allerdings je nach Termin und sollten deshalb nicht als feste Zimmerpreise verstanden werden.
Nur 18 Casitas
Ein Grund für das hohe Preisniveau ist die extreme Begrenzung der Gästezahl.
Amanvari besitzt gerade einmal 18 Casitas. Sie verteilen sich auf unterschiedliche Lagen direkt am Strand, an einem natürlichen Ästuar oder erhöht über der Landschaft.
Statt klassischer Hotelzimmer handelt es sich um freistehende beziehungsweise separat angeordnete Pavillons.
Große Glasflächen öffnen die Räume zur Landschaft. Hinzu kommen Terrassen, Innenhöfe und bei den Casitas private beheizte Pools.
Das Interessante daran: Der General Manager des Resorts erzählte der Financial Times, dass das Hotel bei deren Besuch vollständig belegt gewesen sei – obwohl es aufgrund der weitläufigen Anlage beinahe menschenleer wirkte.
Genau diese Unsichtbarkeit anderer Gäste ist offensichtlich Teil des Luxuskonzepts.
Ein 1.500 Acres großes Areal
Amanvari befindet sich innerhalb der privaten Ferien- und Wohnanlage Costa Palmas.
Das gesamte Areal umfasst rund 1.500 Acres, also mehr als 600 Hektar. Dazu gehören unter anderem drei Meilen – knapp fünf Kilometer – Küstenlinie sowie rund 18 Acres mit biologisch bewirtschafteten Obstgärten und Farmflächen.
Auf der einen Seite liegt das Sea of Cortez, auf der anderen erhebt sich die Sierra de la Laguna.
Damit unterscheidet sich das Resort bewusst von den dichter bebauten Urlaubszentren rund um Los Cabos.
Selbst die Anreise kann per Hubschrauber erfolgen
Vom internationalen Flughafen San José del Cabo benötigt man mit dem Auto ungefähr 45 bis 60 Minuten.
Für Gäste, denen das zu lange dauert, nennt Aman noch eine zweite Möglichkeit:
15 Minuten mit dem Hubschrauber.
Am Flughafen stehen zudem FBO-Dienstleistungen und ein privates Terminal zur Verfügung – passend zur Zielgruppe, die mit dem eigenen oder gecharterten Privatjet anreist.
Japanisch, italienisch und mexikanisch
Auch gastronomisch bleibt es nicht bei einem Restaurant.
Luma konzentriert sich auf die Küche der Baja-Region und das Kochen über offenem Feuer. Dazu kommen Arva, das italienische Restaurantkonzept von Aman, sowie Sesui, ein japanischer Omakase-Counter mit gerade einmal zehn Plätzen.
Damit versucht Aman, internationale Luxusgastronomie mit dem Standort Mexiko zu verbinden, ohne das Resort wie eine künstliche Interpretation mexikanischer Folklore wirken zu lassen.
Spa mit Hammam, Banya und Temazcal
Ein entsprechend großer Wellnessbereich gehört ebenfalls zur Anlage.
Das Amanvari Spa besitzt sechs private Behandlungsräume sowie zwei sogenannte Hydro Houses mit Hammam und Banya.
Hinzu kommt eine moderne Interpretation eines Temazcal, des traditionellen mesoamerikanischen Schwitzbades, außerdem ein rund um die Uhr geöffnetes Fitnesscenter und ein Yoga-Pavillon.
Luxus durch Abwesenheit
Amanvari zeigt damit ziemlich deutlich, wohin sich ein Teil des Ultra-Luxus-Tourismus entwickelt.
Das Entscheidende ist nicht unbedingt ein immer größeres Hotel.
Im Gegenteil.
Nur 18 Casitas auf einem riesigen Areal, kilometerlange Strände, eigene Pools und möglichst wenige Begegnungen mit anderen Gästen machen hier einen erheblichen Teil des Produkts aus.
Dass eine Nacht dafür schnell 5.000 oder 6.000 Dollar kosten kann, dürfte die Zielgruppe kaum überraschen.
Denn im Amanvari kauft man mit dem Zimmer vor allem etwas anderes:
Abgeschiedenheit.
