Ein klassischer Kronleuchter wäre offenbar zu gewöhnlich gewesen: Für sein neues Ultra-Luxus-Kreuzfahrtschiff Seven Seas Prestige lässt Regent Seven Seas Cruises eine monumentale Kristallinstallation bauen, die sich durch das zentrale Atrium des Schiffes über elf Decks erstreckt.
Das Kunstwerk entsteht gemeinsam mit dem tschechischen Kristallhaus Preciosa Lighting und dem Designstudio DADO. Wenn die Seven Seas Prestige im Dezember 2026 ihren Dienst aufnimmt, soll die Installation eines ihrer auffälligsten Erkennungsmerkmale werden.
385 handgeschliffene Kristallstäbe
Regent spricht in seiner Pressemitteilung von mehr als 300 handgefertigten Stäben aus böhmischem Kristall. Preciosa nennt inzwischen die genaue Zahl: 385 einzelne Kristallstäbe bilden das Kunstwerk.
Die längsten Elemente messen 70 Zentimeter.
Jeder Stab erhält einen speziellen „Diamond Cut“. Durch diesen Schliff soll das Licht besonders stark gebrochen und reflektiert werden.
Damit entsteht keine gewöhnliche Beleuchtung, sondern eine moderne, vertikal durch das Atrium verlaufende Interpretation eines traditionellen Kronleuchters.
Der Kronleuchter verändert sich im Laufe des Tages
Das Kunstwerk kann zudem vollständig programmiert werden.
Unterschiedliche Lichtsequenzen verändern Farben, Intensität und Wirkung der Installation abhängig von Tageszeit und Anlass. Das Atrium soll dadurch zu verschiedenen Zeiten völlig unterschiedlich erscheinen.
Am Abend geht Regent noch einen Schritt weiter.
Jeden Abend um 18:25 Uhr beginnt „Lumière“
Mit der Seven Seas Prestige führt die Reederei erstmals das sogenannte Lumière ein.
Dabei handelt es sich um eine eigens für das Kristallkunstwerk entwickelte Licht- und Musikinszenierung.
Jeden Abend um 18:25 Uhr wird das Starlight Atrium zur Bühne für eine choreografierte Kombination aus Licht und Musik. Die Inszenierung wurde so gestaltet, dass sie von allen Ebenen des Atriums aus betrachtet werden kann.
Passagiere können das Spektakel unter anderem bei einem Glas Champagner von Galileo’s Bar aus verfolgen.
Regent möchte daraus ein tägliches Ritual vor dem Abendessen machen.
Erste neue Regent-Schiffsklasse seit zehn Jahren
Die Installation ist gleichzeitig Symbol für einen größeren Neustart.
Die Seven Seas Prestige ist die erste komplett neue Schiffsklasse von Regent seit zehn Jahren.
Mit einer Bruttoraumzahl von 76.550 wird das Schiff etwa 40 Prozent größer als die bisherigen Regent-Schiffe. Die Zahl der Gäste steigt dagegen lediglich um rund zehn Prozent.
Damit verfolgt Regent eine im Luxussegment zunehmend wichtige Strategie:
Mehr Fläche soll nicht dazu dienen, möglichst viele Passagiere unterzubringen – sondern jedem einzelnen Gast mehr Platz zu bieten.
411 Suiten für maximal 822 Gäste
Auf dem Schiff entstehen lediglich 411 Suiten.
Maximal können damit 822 Passagiere an Bord sein. Ihnen stehen 630 Crewmitglieder gegenüber – ein außergewöhnlich hohes Verhältnis von Personal zu Gästen.
Hinzu kommen elf Restaurants beziehungsweise Dining-Locations und zwölf unterschiedliche Suite-Kategorien.
Die größte Suite ist fast schon ein Penthouse
An der Spitze steht die Skyview Regent Suite.
Regent bezeichnet sie als größte All-inclusive-Ultra-Luxus-Kreuzfahrtsuite, die bislang gebaut wurde. Sie gehört zu mehreren völlig neuen Suite-Konzepten, die mit der Prestige-Klasse eingeführt werden.
Das unterstreicht, wie weit sich ein Teil des Kreuzfahrtmarktes inzwischen von der klassischen Vorstellung eines Kreuzfahrtschiffs entfernt.
In diesem Segment konkurrieren die Reedereien zunehmend weniger über die Zahl der Attraktionen an Bord, sondern über Platz, Privatsphäre, Gastronomie, Kunst und außergewöhnliches Design.
Drei weitere Schiffe sollen folgen
Die Seven Seas Prestige bleibt zudem kein Einzelstück.
Nach dem ersten Schiff sind nach aktuellem Regent-Plan drei weitere Einheiten der Prestige-Klasse für 2030, 2033 und 2036 vorgesehen.
Das erste Schiff soll im Dezember 2026 in Dienst gehen.
Und obwohl sich an Bord Restaurants, Suiten und zahlreiche weitere Luxusbereiche befinden werden, dürfte eines der meistfotografierten Motive ziemlich sicher mitten im Schiff hängen:
385 Stücke böhmisches Kristall, verteilt über elf Decks.
