Eine Fläche von kaum mehr als zwei Quadratzentimetern wird zur Leinwand: Jaeger-LeCoultre präsentiert mit der Reverso Tribute Enamel „Turner Series“ vier außergewöhnliche Luxusuhren, auf deren berühmtem Wendegehäuse Miniaturversionen von Venedig-Gemälden des britischen Malers J. M. W. Turner entstehen.
Die Serie erscheint anlässlich der Homo Faber Biennale in Venedig. Und wer eines der Modelle besitzen möchte, dürfte es nicht leicht haben: Von jeder der vier Varianten entstehen lediglich zehn Exemplare.
Insgesamt gibt es damit nur 40 Uhren der neuen Turner-Serie.
Vier Gemälde von Venedig
Für die Kollektion hat Jaeger-LeCoultre vier Werke ausgewählt, die Turners besondere Beziehung zu Venedig widerspiegeln.
Dazu gehören Ansichten der Dogana und San Giorgio Maggiore, der Madonna della Salute sowie gleich zwei Interpretationen der berühmten Seufzerbrücke.
Turner besuchte Venedig mehrfach und schuf während seiner Aufenthalte zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen. Gerade Licht, Wasser und die oftmals fast neblige Atmosphäre der Lagunenstadt wurden zu charakteristischen Elementen seiner Arbeiten.
Genau diese Wirkung auf die winzige Fläche einer Uhr zu übertragen, war die eigentliche Herausforderung.
14 Schichten Emaille für ein Miniaturgemälde
Die Künstler der Jaeger-LeCoultre-Manufaktur reproduzieren die Gemälde nicht einfach als Druck.
Jede Miniatur wird von Hand mit Emaille aufgebaut. Insgesamt kommen 14 verschiedene Emailschichten zum Einsatz, die einzeln bei hohen Temperaturen gebrannt werden.
Allein die Herstellung einer solchen Miniatur benötigt ungefähr 80 Arbeitsstunden.
Besonders aufwendig ist die Darstellung des Wassers.
Dafür kommt die sogenannte Paillonnage-Technik zum Einsatz. Winzige Silberblättchen werden unter transluzenter Emaille platziert und erzeugen anschließend die Lichtreflexe der venezianischen Lagune.
Sogar eine kleine Signatur des jeweiligen Kunsthandwerkers wird integriert – verborgen auf einem winzigen Element aus Blattgold.
Die Vorderseite ist ebenfalls Handarbeit
Wer das Gehäuse wieder umdreht, sieht zunächst eine vergleichsweise klassische Reverso.
Doch auch deren Zifferblatt ist keineswegs gewöhnlich.
Die Oberflächen werden von Hand guillochiert und anschließend mit Grand-Feu-Emaille versehen. Je nach Turner-Gemälde kommen unterschiedliche Blau-, Grün- und weitere Farbtöne zum Einsatz, sodass Vorder- und Rückseite optisch aufeinander abgestimmt sind.
Das Gehäuse besteht aus 18-karätigem Weißgold und misst 45,6 × 27,4 Millimeter bei lediglich 8,51 Millimetern Höhe.
Das berühmte Wendegehäuse wird zur Galerie
Gerade die Reverso bietet sich für ein solches Projekt an.
Ihre Geschichte reicht bis ins Jahr 1931 zurück. Ursprünglich wurde das drehbare Gehäuse entwickelt, damit Polospieler das empfindliche Uhrglas während des Spiels schützen konnten.
Heute nutzt Jaeger-LeCoultre die Rückseite regelmäßig als Fläche für besonders aufwendige Kunst- und Handwerksprojekte.
Bei der Turner-Serie wird daraus tatsächlich eine Art Miniaturgalerie am Handgelenk: Auf der einen Seite befindet sich die eigentliche Uhr, auf der anderen das Kunstwerk.
Klassisches Handaufzugswerk im Inneren
Angetrieben werden die vier Reverso-Modelle vom hauseigenen Kaliber 822.
Das rechteckige Handaufzugswerk wurde speziell für die Gehäuseform der Reverso entwickelt und bietet eine Gangreserve von rund 42 Stunden.
Bei der Technik geht Jaeger-LeCoultre damit bewusst einen traditionellen Weg. Das eigentliche Spektakel findet diesmal schließlich nicht im Uhrwerk, sondern auf dem Gehäuse statt.
Preis? Nur auf Anfrage
Einen offiziellen Verkaufspreis nennt Jaeger-LeCoultre nicht.
Bei allen vier Modellen heißt es lediglich „Preis auf Anfrage“.
Angesichts eines Gehäuses aus Weißgold, rund 80 Stunden Handarbeit allein für jedes Miniaturgemälde und einer Auflage von gerade einmal zehn Stück pro Motiv dürfte jedoch klar sein, dass sich die Turner-Serie nicht an gewöhnliche Reverso-Käufer richtet.
Hier treffen Haute Horlogerie, Emaille-Handwerk und Kunstgeschichte aufeinander.
Und die wohl ungewöhnlichste Eigenschaft dieser Venedig-Gemälde ist nicht einmal ihre Größe:
Man kann sie einfach umdrehen – und nachsehen, wie spät es ist.
