Privat fliegen, ohne einen eigenen Jet kaufen zu müssen: Die Nachfrage nach exklusiven Charterflügen sorgt in Australien offenbar für weiteres Wachstum.
Der australische Luftfahrtanbieter Machjet International hat einen zweiten Cessna Citation CJ4 in seine Flotte aufgenommen. Damit verdoppelt das Unternehmen seine Flotte dieses Jettyps – und besitzt nun zwei von lediglich drei Citation CJ4, die derzeit in Australien betrieben werden.
Der Neuzugang mit dem Kennzeichen VH-IPY ist bereits an der Basis des Unternehmens am Sunshine Coast Airport eingetroffen. Dort ergänzt er die vorhandene Citation CJ4 mit dem Kennzeichen VH-PIY.
Und die Expansion ist damit noch nicht beendet.
Ein weiterer Jet ist bereits angekündigt
Machjet begründet die Anschaffung ausdrücklich mit der steigenden Nachfrage nach privaten Charterflügen.
Geschäftsführer Simon McDermott erklärte, dass sich die bereits vorhandene CJ4 für das Unternehmen bewährt habe und die Nachfrage kontinuierlich gestiegen sei. Mit einem zweiten Flugzeug könne Machjet seinen Kunden nun mehr Kapazität und Flexibilität anbieten.
Außerdem soll in den kommenden Monaten ein weiteres Flugzeug zur Machjet-Flotte stoßen. Welches Modell es sein wird, wurde in der aktuellen Mitteilung allerdings nicht genannt.
Bis zu neun Passagiere im Privatjet
Die Citation CJ4 gehört zur Klasse der Light Jets und verbindet vergleichsweise kompakte Abmessungen mit einer für Privat- und Geschäftsreisen interessanten Reichweite.
Machjet gibt für seine CJ4 eine Bestuhlung für bis zu neun Passagiere an – acht Plätze befinden sich in der eigentlichen Kabine, zusätzlich kann ein Passagier den Copilotensitz nutzen. Zur Ausstattung gehören unter anderem Club-Sitze mit ausklappbaren Tischen, Klimatisierung, eine eigene Toilette sowie Catering- und Heißgetränkeservice.
Die Reisegeschwindigkeit gibt das Unternehmen mit rund 450 Knoten beziehungsweise 833 km/h an.
Damit ist der Jet deutlich mehr als ein Flugzeug für kurze Geschäftsreisen.
Mit dem Privatjet bis nach Fidschi
Von der Sunshine Coast aus nennt Machjet beispielsweise Flugzeiten von rund 1 Stunde 30 Minuten nach Sydney, 2 Stunden 40 Minuten nach Melbourne oder 3 Stunden 10 Minuten nach Auckland.
Selbst Nadi auf Fidschi soll mit der CJ4 in etwa 3 Stunden und 40 Minuten erreichbar sein.
Ein weiterer Vorteil des vergleichsweise kompakten Businessjets ist seine Fähigkeit, auch kleinere Regionalflughäfen anzufliegen.
Gerade für wohlhabende Privatkunden kann das den eigentlichen Luxus eines Privatjets ausmachen: Nicht unbedingt Champagner und Ledersessel, sondern die Möglichkeit, möglichst nah am tatsächlichen Reiseziel zu landen und große Flughafenterminals zu umgehen.
Zwei Piloten sind bei Machjet Standard
Obwohl die Citation CJ4 grundsätzlich mit einem Piloten betrieben werden kann, setzt Machjet bei seinen beiden Maschinen nach eigenen Angaben standardmäßig zwei qualifizierte Piloten ein.
Die beiden Jets gehören dem Unternehmen selbst und werden von der Sunshine-Coast-Basis aus betrieben.
Insgesamt führt Machjet derzeit 13 eigene Jet- und Turboprop-Flugzeuge in seiner Flottenübersicht. Neben verschiedenen Citation-Modellen gehören dazu unter anderem eine größere Bombardier Challenger 605 sowie Beechcraft King Air B200.
Die Flugzeuge werden dabei nicht ausschließlich für Luxus- und Geschäftsreisen eingesetzt. Machjet betreibt unter anderem auch Ambulanz- und Frachtflüge.
Millioneninvestition in eigenes Privatjet-Terminal
Die neuen Flugzeuge sind nur ein Teil der Expansion.
Machjet hat am Sunshine Coast Airport bereits in einen eigenen, mehrere Millionen Dollar teuren Hangar samt Fixed Base Operation (FBO) investiert.
Das Unternehmen betreibt dort rund um die Uhr unter anderem VIP-Lounges, einen privaten Besprechungsraum, Hangars und Abfertigungsangebote für Privat- und Geschäftsflugzeuge. Eine weitere Basis befindet sich in Cairns.
Damit wächst nicht nur die Zahl der verfügbaren Privatjets, sondern auch die dazugehörige Infrastruktur.
Zwei von drei CJ4 in Australien gehören jetzt Machjet
Besonders bemerkenswert bleibt allerdings die Seltenheit dieses Flugzeugtyps auf dem australischen Markt.
Mit der zweiten Maschine kontrolliert Machjet nun zwei Drittel aller derzeit in Australien betriebenen Citation CJ4.
Für ein einzelnes Charterunternehmen ist das eine ungewöhnlich starke Position bei diesem Flugzeugtyp.
Und die Entscheidung liefert gleichzeitig einen kleinen Einblick in einen Markt, über den ansonsten vergleichsweise wenig konkrete Zahlen veröffentlicht werden: Wenn ein Betreiber nicht nur einen weiteren Privatjet anschafft, sondern ausdrücklich die steigende Nachfrage seiner Kunden als Grund nennt und bereits die nächste Flottenerweiterung ankündigt, scheint der Wunsch nach exklusivem Reisen zumindest in diesem Teil Australiens keineswegs nachzulassen.
Quelle: Machjet International / Australian Flying / Travel Weekly, 7. September 2026.
