Das britische Luxuskaufhaus Selfridges meldet eine deutliche wirtschaftliche Erholung. Der Betriebsgewinn des Unternehmens stieg im Geschäftsjahr bis Anfang Januar 2026 um 88 Prozent auf 79,7 Millionen Pfund. Gleichzeitig kehrte Selfridges auch beim Ergebnis vor Steuern wieder in die Gewinnzone zurück.
Der Umsatz erhöhte sich um sieben Prozent auf 830,8 Millionen Pfund. Allerdings ist beim Vergleich zu berücksichtigen, dass das aktuelle Geschäftsjahr 52 Wochen umfasste, während der vorherige Berichtszeitraum lediglich 48 Wochen lang war.
Luxuskunden kommen wieder verstärkt ins Kaufhaus
Entscheidend für die positive Entwicklung waren vor allem die stationären Geschäfte. Selfridges betreibt vier große Kaufhäuser in Großbritannien: das berühmte Stammhaus an der Oxford Street in London, ein Haus in Birmingham sowie zwei Standorte in Manchester.
Die Besucherzahlen in den Geschäften stiegen um sieben Prozent. Gleichzeitig entwickelte sich das Onlinegeschäft schwächer. Selfridges konzentrierte sich nach eigenen Angaben stärker auf profitable Verkäufe mit höheren Margen statt auf möglichst hohes Verkaufsvolumen.
Die Strategie scheint aufzugehen: Neben dem Betriebsgewinn von 79,7 Millionen Pfund erzielte Selfridges einen Vorsteuergewinn von 13 Millionen Pfund. Im vorherigen Berichtszeitraum hatte noch ein Verlust von 15,9 Millionen Pfund zu Buche gestanden.
Damit schreibt das Unternehmen erstmals seit 2019 vor Steuern wieder schwarze Zahlen.
Erlebnisse sollen Luxuskunden in die Geschäfte locken
Selfridges setzt zunehmend darauf, seine Kaufhäuser nicht nur als Verkaufsflächen, sondern als Erlebnisorte für wohlhabende Kunden zu positionieren.
Dazu gehören aufwendig gestaltete Beauty-Bereiche, Veranstaltungen und exklusive Angebote. In London eröffnete Selfridges 2026 zudem mit „40 Duke“ einen eigenen Bereich für besonders wichtige Mitglieder des Kundenprogramms, der Personal Shopping mit Gastronomie und exklusivem Service verbindet.
Gerade für den Luxusmarkt könnte die Entwicklung interessant sein. Während viele Luxusunternehmen mit zurückhaltenden Konsumenten kämpfen, zeigt Selfridges, dass exklusive stationäre Einkaufserlebnisse weiterhin Kunden anziehen können.
Selfridges fordert Rückkehr des steuerfreien Einkaufens
Trotz der verbesserten Geschäftszahlen sieht Selfridges-Chef André Maeder weiterhin ein großes Problem für den britischen Luxusmarkt: Internationale Besucher können seit 2021 ihre Mehrwertsteuer beim Einkauf in Großbritannien nicht mehr zurückfordern.
Selfridges fordert deshalb erneut die Wiedereinführung des steuerfreien Einkaufens für internationale Touristen. Nach Ansicht des Unternehmens würde dies nicht nur Luxusgeschäften helfen, sondern auch zusätzliche Kaufkraft in britische Innenstädte bringen.
Für Luxusreisende aus Ländern außerhalb Großbritanniens sind Einkäufe beispielsweise in Paris, Mailand oder anderen europäischen Metropolen dadurch finanziell teilweise attraktiver geworden.
Die aktuellen Selfridges-Zahlen zeigen dennoch: Hochpreisiger stationärer Einzelhandel kann auch in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich sein – insbesondere dann, wenn das Einkaufserlebnis selbst zum Luxusprodukt wird.
