Uhren & Schmuck

Nur zwölf Exemplare: Autodidakt baut Luxusuhren in 150 Stunden Handarbeit

Zwölf Uhren, rund 150 Arbeitsstunden pro Exemplar und ein Uhrmacher, der sich einen großen Teil seines Handwerks selbst beigebracht hat: Der Singapurer Tristan Ho sorgt mit seiner ersten eigenen mechanischen Uhr in der Welt der unabhängigen Haute Horlogerie für Aufmerksamkeit.

Seine LOTH Watch 1 entsteht nicht in einer großen Manufaktur. Stattdessen setzt Ho auf aufwendige Handarbeit und eine extrem kleine Serie. Gerade einmal zwölf Exemplare der Uhr sollen entstehen – und alle zwölf sind bereits reserviert.

Rund 150 Stunden Arbeit für eine Uhr

Besonders außergewöhnlich ist der Aufwand hinter jedem einzelnen Exemplar.

Nach Angaben von Ho stecken ungefähr 150 Arbeitsstunden in jeder LOTH Watch 1. Dabei geht es nicht nur um die Montage der Uhr.

Ho bearbeitet und veredelt zahlreiche Komponenten des mechanischen Uhrwerks selbst. Zum Einsatz kommen traditionelle Techniken, die vor allem bei hochwertigen Manufaktur- und Sammleruhren eine wichtige Rolle spielen.

Dazu gehört beispielsweise die sogenannte Anglage. Dabei werden die Kanten einzelner Werkteile abgeschrägt und anschließend sorgfältig poliert. Solche Arbeiten erfüllen kaum einen technischen Zweck – sie dienen vor allem der optischen Perfektion eines Uhrwerks.

Hinzu kommen polierte Oberflächen und dekorative Bearbeitungen wie das sogenannte Snailing, bei dem kreisförmige beziehungsweise spiralförmige Strukturen auf einzelnen Komponenten entstehen.

Gerade diese aufwendige Finissierung gehört zu den Merkmalen, durch die sich traditionelle Haute Horlogerie von industriell produzierten mechanischen Uhren unterscheidet.

Uhrmacher als Autodidakt

Bemerkenswert ist auch der berufliche Weg von Tristan Ho.

Der Singapurer stammt nicht aus einer der traditionsreichen Schweizer Uhrmacherschulen. Stattdessen eignete er sich einen erheblichen Teil seines Wissens über mechanische Uhren selbst an.

Aus dem Interesse an der Uhrmacherei entwickelte sich schließlich der Wunsch, eine eigene Uhr zu bauen.

Mit der LOTH Watch 1 geht Ho nun den Schritt vom Uhrenenthusiasten zum unabhängigen Uhrmacher.

Dabei verfolgt er einen Ansatz, der in der internationalen Sammlerszene zunehmend Aufmerksamkeit erhält: kleine Stückzahlen, möglichst viel Handarbeit und eine persönliche Verbindung zwischen Uhrmacher und Käufer.

Alle zwölf Uhren bereits reserviert

Wie exklusiv das Projekt ist, zeigt die Produktionszahl.

Von der ersten Serie der LOTH Watch 1 sollen lediglich zwölf Exemplare gefertigt werden.

Wer jetzt auf eines der Stücke hofft, kommt allerdings bereits zu spät: Nach Angaben von Ho sind sämtliche Exemplare reserviert.

Bei rund 150 Stunden Arbeitszeit pro Uhr bedeutet allein die Fertigung dieser ersten Serie theoretisch etwa 1.800 Arbeitsstunden.

Für eine junge unabhängige Uhrenmarke ist das ein enormer Aufwand.

Von Singapur nach Genf

Ho beschränkt seine Ambitionen allerdings nicht auf den heimischen Markt.

Die LOTH Watch 1 wurde beim Grand Prix d’Horlogerie de Genève, kurz GPHG, eingereicht.

Der Wettbewerb gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der internationalen Uhrenbranche und wird häufig als eine Art „Oscar der Uhrmacherei“ bezeichnet.

Nach Angaben von Robb Report Singapore ist Tristan Ho der erste Singapurer, der dort mit einer selbst gefertigten Uhr antritt.

Allein die Teilnahme bringt ihn damit in ein Umfeld, in dem normalerweise Modelle traditionsreicher Schweizer Manufakturen und international etablierter unabhängiger Uhrmacher präsentiert werden.

Unabhängige Uhrmacher werden für Sammler interessanter

Die Geschichte der LOTH Watch 1 steht gleichzeitig für einen größeren Trend innerhalb der Luxusuhrenbranche.

Neben bekannten Marken interessieren sich Sammler zunehmend für kleine unabhängige Hersteller und einzelne Uhrmacher.

Dabei spielen nicht unbedingt bekannte Logos die entscheidende Rolle. Gefragt sind außergewöhnliche Konstruktionen, traditionelle Handwerkskunst, geringe Produktionszahlen und eine nachvollziehbare Geschichte hinter einer Uhr.

Manche unabhängigen Uhrmacher produzieren lediglich wenige Dutzend Exemplare pro Jahr.

Dadurch entsteht eine Exklusivität, die selbst große Luxusmarken mit limitierten Editionen kaum erreichen können.

Zwölf Uhren als Startpunkt

Für Tristan Ho ist die LOTH Watch 1 deshalb möglicherweise erst der Anfang.

Seine erste Serie verbindet gleich mehrere Eigenschaften, die unter Uhrensammlern besonders gefragt sind: mechanische Uhrmacherei, aufwendige Handarbeit, extrem geringe Stückzahl und ein Uhrmacher, der persönlich hinter seinem Produkt steht.

Ob daraus langfristig eine international bekannte unabhängige Uhrenmarke entsteht, muss sich noch zeigen.

Mit nur zwölf Uhren und jeweils rund 150 Stunden Handarbeit hat Ho jedoch bereits einen ungewöhnlichen Einstieg in die Welt der Haute Horlogerie geschafft.

◇
ExklusivDie neuesten Nachrichten aus der Welt des Luxus.
☆
InspirierendTrends, Stories und Highlights, die begeistern.
♔
HochwertigAusgewählte Inhalte für anspruchsvolle Leser.
◎
WeltweitLuxus-News aus aller Welt – für Sie kuratiert.