Der internationale Kunstmarkt richtet den Blick nach Asien: Christie’s hat bei seiner großen Herbstauktion für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts in Hongkong einen Gesamtumsatz von 726,4 Millionen Hongkong-Dollar erzielt. Das entspricht umgerechnet rund 80 Millionen Euro.
Die Auktion fand am 29. September 2026 am asiatischen Hauptsitz von Christie’s im spektakulären Hochhaus „The Henderson“ in Hongkong statt.
Unter den angebotenen Künstlern befanden sich einige der international gefragtesten Namen des Kunstmarktes – darunter Jean-Michel Basquiat, Yayoi Kusama, Zao Wou-Ki, Gerhard Richter, Paul Cézanne und Peter Paul Rubens.
Basquiat und Kusama gehörten zu den Stars
Zu den prominentesten Werken der Auktion gehörte Jean-Michel Basquiats „Ancient Scientist“ aus dem Jahr 1984.
Das Gemälde mit einer der für Basquiat charakteristischen, schädelartigen Figuren war vor der Versteigerung auf 56 bis 76 Millionen Hongkong-Dollar geschätzt worden.
Ebenfalls im Mittelpunkt stand Yayoi Kusamas großformatiges Werk „A-Pumpkin (YHP)“.
Die japanische Künstlerin hat den Kürbis zu einem ihrer international bekanntesten Motive gemacht. Für das erstmals bei einer Auktion angebotene Werk hatte Christie’s einen Schätzpreis von 48 bis 68 Millionen Hongkong-Dollar angesetzt.
Seltenes Werk von Zao Wou-Ki
Auch asiatische Kunst spielte bei der Auktion eine zentrale Rolle.
Zu den Höhepunkten gehörte Zao Wou-Kis großformatiges Gemälde „Voie Lactée – 09.11.56“ aus dem Jahr 1956.
Das Werk stammt aus der berühmten „Oracle Bone“-Phase des chinesisch-französischen Künstlers. In dieser Zeit verband Zao Wou-Ki abstrakte Malerei mit Formen, die an alte chinesische Schriftzeichen erinnern.
Christie’s hatte das Werk vor der Auktion auf 45 bis 75 Millionen Hongkong-Dollar geschätzt.
Auch Gerhard Richter war vertreten
Mit Gerhard Richter war zudem einer der teuersten lebenden deutschen Künstler Teil der Abendauktion.
Sein „Abstraktes Bild“ aus dem Jahr 1991 gehört zu einer kleinen Gruppe von lediglich 27 überwiegend rot gehaltenen abstrakten Arbeiten aus diesem Jahr.
Der Schätzpreis lag bei 38 bis 55 Millionen Hongkong-Dollar.
Daneben brachte Christie’s Werke von Paul Cézanne, Henri Matisse und weiteren bedeutenden Künstlern auf den Markt.
Rubens erstmals seit mehr als 200 Jahren bei einer Auktion
Ein besonders ungewöhnliches Los stammte von Peter Paul Rubens.
Christie’s bot eine seltene Landschaft des flämischen Barockmalers an, die sich bislang in Privatbesitz befand.
Nach Angaben des Auktionshauses handelt es sich um eine von nur zwei vergleichbaren Landschaften dieser Art, die sich noch in privaten Händen befinden.
Besonders bemerkenswert: Das Gemälde erschien zum ersten Mal seit mehr als 200 Jahren wieder auf dem Auktionsmarkt.
Damit traf bei der Auktion zeitgenössische Kunst auf Werke, deren Geschichte mehrere Jahrhunderte zurückreicht.
726,4 Millionen Hongkong-Dollar an einem Abend
Nach Abschluss der Auktion weist Christie’s für die Evening Sale einen Gesamtumsatz von exakt 726.421.000 Hongkong-Dollar aus.
Damit bewegten die angebotenen Kunstwerke innerhalb eines einzigen Abends einen Gegenwert von rund 80 Millionen Euro.
Die Auktion ist zugleich Teil eines besonderen Jahres für Christie’s: Das traditionsreiche Auktionshaus feiert 2026 sein 40-jähriges Bestehen in Asien.
Hongkong gehört mittlerweile zu den wichtigsten Standorten des internationalen Auktionsgeschäfts und konkurriert bei hochpreisiger moderner und zeitgenössischer Kunst mit New York und London.
Luxusmarkt und Kunst wachsen immer stärker zusammen
Für die Luxusbranche ist die Entwicklung besonders interessant.
Kunstwerke im Millionenbereich gehören für sehr vermögende Käufer längst zur gleichen Welt wie seltene Uhren, Oldtimer, Schmuck, Immobilien oder Yachten.
Die Hongkong-Auktion zeigt zudem, dass der Markt zunehmend international funktioniert: Werke europäischer Meister wie Rubens und Cézanne werden gemeinsam mit Basquiat, Richter sowie führenden chinesischen und japanischen Künstlern angeboten.
Am Ende standen nach nur einer Abendauktion 726 Millionen Hongkong-Dollar Umsatz auf der Rechnung.
Und bereits am 30. September setzt Christie’s seine Hongkonger Herbstsaison mit weiteren Tagesauktionen für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts fort.
