Yachten & Jets

35 Meter fließender Luxus: Diese Superyacht ist von Seide inspiriert

Eine Superyacht, deren Form an ein Stück fallende Seide erinnern soll: Der türkische Yachtdesigner Alperen Aslan hat mit der Soie ein neues 35-Meter-Konzept vorgestellt, das bewusst einen anderen Weg als kantige und aggressive Yachtentwürfe einschlägt.

Schon der Name verrät die Inspiration. „Soie“ ist das französische Wort für Seide. Deren weiche Bewegung und fließender Fall sollen sich von der Außenhaut bis zur Inneneinrichtung durch den gesamten Entwurf ziehen. 

Das Ergebnis ist allerdings noch keine Yacht, die bereits in einer Werft gebaut wird. Soie ist derzeit ein Designkonzept ohne bekannten Käufer, Werft- oder Konstruktionspartner. 

Dunkles Glas trifft auf einen senkrechten Bug

Besonders auffällig ist die Seitenansicht.

Lange, nahezu durchgehende Bänder aus dunklem Glas ziehen sich über die Aufbauten. Dazu kommt ein markanter senkrechter Bug, der einen deutlichen Kontrast zu den weich gezeichneten und teilweise geschwungenen Flächen bildet.

Selbst die Lufteinlässe wurden in die Außenhaut integriert, damit möglichst wenig die klaren Flächen des Rumpfes unterbricht. Übereinanderliegende Volumen und Rundungen sollen wiederum an die Bewegung von Stoff erinnern. 

Jacuzzi auf dem Flybridge-Deck

Eine 35-Meter-Yacht muss natürlich nicht nur interessant aussehen.

Auf dem großzügigen Flybridge-Deck sieht das Konzept deshalb verschiedene Bereiche zum Entspannen und für gemeinsame Abende vor. Dazu gehört auch ein Jacuzzi.

Am Bug befindet sich eine weitere Lounge, die bewusst etwas abgeschiedener angelegt ist und den Gästen mehr Privatsphäre bieten soll. 

Das Heck wird dagegen zum direkten Zugang zum Meer.

Beach Club mit hydraulischer Badeplattform

Dort befindet sich ein Beach Club mit hydraulisch beweglicher Badeplattform. Sie soll den Übergang vom Yachtdeck zum Wasser möglichst unmittelbar gestalten. 

Das Konzept setzt damit einen aktuellen Trend im Superyachtbau fort: Das Heck wird nicht mehr primär als technischer Bereich betrachtet, sondern zunehmend als einer der wichtigsten Aufenthaltsorte an Bord.

Bei Soie soll dieser offene Charakter auch zwischen Innen- und Außenbereichen erhalten bleiben.

Zehn Gäste in fünf Kabinen

Geplant ist die Yacht für zehn Gäste in fünf Kabinen.

Die Master-Suite befindet sich auf dem Hauptdeck und verfügt neben dem Schlafbereich über eine eigene Ankleide sowie ein mit Marmor gestaltetes Badezimmer. 

Eine der interessantesten Ideen befindet sich direkt an der Bordwand: Aus der Master-Suite soll sich mechanisch ein Teil des Rumpfes ausklappen lassen.

Dadurch entsteht vor Anker ein privater Außenbalkon unmittelbar an der Eignerkabine. 

Schwebende Möbel und viel Marmor

Auch innen wird das Seidenmotiv nicht einfach durch entsprechende Stoffe aufgegriffen.

Aslan setzt vielmehr auf runde Formen, indirektes LED-Licht und Möbel, die teilweise nahezu schwebend wirken sollen. Harte Kanten werden weitgehend vermieden.

Der Hauptsalon ist als offener Entertainment-Bereich gestaltet. Maßgefertigte Couchtische aus Marmor gehören ebenso zum Konzept wie eine integrierte TV-Einheit, die gleichzeitig als Raumteiler dient. 

Dadurch soll das Interieur eher an moderne Luxusarchitektur als an die traditionelle Einrichtung einer Motoryacht erinnern.

Noch gibt es weder Motoren noch Höchstgeschwindigkeit

Bei spektakulären Yacht-Renderings entsteht schnell der Eindruck, das fertige Schiff müsse nur noch gebaut werden.

Bei Soie ist das ausdrücklich noch nicht der Fall.

Bislang wurden weder Motorisierung noch Höchstgeschwindigkeit, Reichweite, Tankkapazitäten oder Bruttoraumzahl veröffentlicht. Auch ein verantwortlicher Naval Architect wurde bislang nicht genannt. 

Bekannt ist lediglich, dass das Konzept einen Semi-Verdränger-Rumpf und Zero-Speed-Stabilisatoren vorsieht. Letztere sollen die Rollbewegungen der Yacht auch dann reduzieren, wenn sie vor Anker liegt. 

Noch keine Werft und kein Käufer

Auch einen Preis für Soie gibt es bislang nicht.

Der Grund ist einfach: Es existiert derzeit weder ein öffentlich bekannter Bauauftrag noch eine beteiligte Werft oder ein Käufer. 

Damit unterscheidet sich die Soie beispielsweise von neuen Yachtmodellen einer etablierten Werft, bei denen Konstruktion, Antrieb und Produktionsmöglichkeiten bereits feststehen.

Das schmälert den Reiz des Entwurfs allerdings kaum – es macht nur einen wichtigen Unterschied: Die spektakulären Bilder zeigen eine Vision und noch keine Superyacht, die demnächst ausgeliefert wird.

Zweites großes Yachtkonzept innerhalb eines Jahres

Für Alperen Aslan ist Soie bereits das zweite große vollständige Konzept innerhalb eines Jahres.

Anfang 2026 präsentierte der türkische Designer die 65 Meter lange Avora, deren Gestaltung auf einer von ihm als „Bio-Fusion“ bezeichneten Verbindung organischer und futuristischer Formen basiert. Auch dieses Projekt befindet sich bislang im Konzeptstadium. 

Mit der nur 35 Meter langen Soie schlägt Aslan nun bewusst eine zurückhaltendere Richtung ein.

Statt möglichst futuristisch zu wirken, soll die Yacht vor allem durch „elegante Einfachheit“ auffallen – mit einer Silhouette, die auch nach Jahren noch modern wirken soll. 

Ob aus den Renderings irgendwann tatsächlich 35 Meter Stahl, Aluminium und Glas werden, hängt nun davon ab, ob sich ein Käufer und eine passende Werft für das Konzept finden.

Bis dahin bleibt Soie vor allem eines: die ziemlich spektakuläre Vorstellung davon, wie ein Stück Seide aussehen könnte, wenn man daraus eine 35 Meter lange Superyacht machen würde.

Quelle: Alperen Aslan Design / SuperYacht Times, September 2026. 

SuperYacht Times – Vorstellung und Bilder der Soie⁠

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