Uhren & Schmuck

79.000 Franken und nur 100 Stück: Diese Luxus-Uhr verbindet Tourbillon und Formel 1

Eine Uhr für knapp 80.000 Schweizer Franken, bei der man das eigentliche Uhrwerk beinahe vollständig sehen kann: H. Moser & Cie. und Alpine Motorsports setzen ihre ungewöhnliche Zusammenarbeit mit einem besonders exklusiven Modell fort.

Die neue Streamliner Tourbillon Skeleton Ceramic Alpine Limited Edition kostet 79.000 Schweizer Franken vor Steuern und wird weltweit lediglich 100-mal gebaut. 

Das Besondere steckt allerdings nicht nur im Preis. Erstmals bekommt diese Variante der Streamliner ein anthrazitgraues Keramikgehäuse, während das vollständig skelettierte Uhrwerk mit intensiv blauen Komponenten die Verbindung zum Motorsportpartner Alpine herstellt.

Kein Alpine-Logo auf irgendeine Uhr geklebt

H. Moser & Cie. und Alpine arbeiten bereits seit 2024 zusammen. Nach Angaben der beiden Unternehmen bestand die Idee von Anfang an ausdrücklich nicht darin, lediglich ein Motorsportlogo auf ein vorhandenes Zifferblatt zu setzen.

Stattdessen sollen Gemeinsamkeiten von Motorsport und Haute Horlogerie – Mechanik, Präzision, Materialentwicklung und geringes Gewicht – in den Uhren umgesetzt werden.

Das neue Modell ist bereits die dritte Kreation aus dieser Partnerschaft. 

Diesmal steht vor allem das Material im Mittelpunkt.

Keramik statt Gold

Wer bei einer Uhr für 79.000 Franken Gold oder Platin erwartet, liegt hier falsch.

Das 40 Millimeter große Gehäuse besteht aus anthrazitgrauer Keramik. H. Moser & Cie. kombiniert polierte und satinierte Oberflächen, sodass das dunkelgraue Material je nach Lichteinfall unterschiedlich wirkt. 

Keramik hat dabei einen praktischen Vorteil: Das Material ist leicht, äußerst kratzfest, korrodiert nicht und entwickelt im Gegensatz zu vielen Metallen keine Patina.

Gerade diese Eigenschaften stellen die Verbindung zum Motorsport her, wo Gewicht und Materialeigenschaften ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen.

Die Uhr misst inklusive des leicht gewölbten Saphirglases 12,8 Millimeter in der Höhe und ist bis 12 ATM beziehungsweise 120 Meter wasserdicht. 

Ein Zifferblatt gibt es praktisch nicht mehr

Noch ungewöhnlicher wird die Streamliner beim Blick von vorne.

Ein klassisches geschlossenes Zifferblatt fehlt.

Stattdessen ist das Innenleben der Uhr fast vollständig freigelegt. Platine und Brücken des Uhrwerks erhalten eine blaue ALD-Beschichtung, die sich am charakteristischen Alpine-Blau orientiert. 

Selbst das Federhaus wurde durchbrochen.

Dadurch entsteht beinahe der Eindruck, direkt in eine kleine mechanische Maschine hineinzuschauen.

Die Stundenindizes und Einsätze der dreidimensionalen Zeiger bestehen aus Globolight – einem Material, das eine Keramikbasis mit Super-LumiNova kombiniert und damit auch bei Dunkelheit ablesbar bleibt. 

Bei sechs Uhr schwebt das Tourbillon

Der eigentliche Star sitzt bei sechs Uhr.

Dort befindet sich ein fliegendes Ein-Minuten-Tourbillon.

Bei einem Tourbillon befinden sich Hemmung und Regulierorgan in einem rotierenden Käfig. Die ursprünglich bereits vor mehr als zwei Jahrhunderten entwickelte Konstruktion sollte Lagefehler mechanischer Taschenuhren ausgleichen.

Bei H. Moser kommt eine zusätzliche Besonderheit hinzu: Das Tourbillon arbeitet mit einer patentierten Doppelspirale. 

Die beiden Spiralfedern sollen Veränderungen ihres Schwerpunktes beim Ausdehnen und Zusammenziehen gegenseitig kompensieren und damit Präzision und Isochronismus verbessern. Produziert wird diese Konstruktion innerhalb der Unternehmensgruppe von Precision Engineering. 

167 Einzelteile auf kleinstem Raum

Das vollständig skelettierte automatische Manufakturkaliber HMC 814 besteht aus 167 Komponenten und 28 Lagersteinen.

Es arbeitet mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde und besitzt eine Mindestgangreserve von 72 Stunden. 

Damit kann die Uhr theoretisch am Freitagabend abgelegt werden und sollte am Montag noch laufen.

Auch auf der Rückseite bleibt die Mechanik sichtbar: Ein Saphirglasboden ermöglicht den Blick auf das Uhrwerk und die ebenfalls skelettierte Schwungmasse.

Blaues Alcantara statt Metallarmband

Bei einem Preis von 79.000 Franken könnte man auch beim Armband Edelmetall erwarten.

H. Moser entscheidet sich allerdings bewusst für ein Material, das wesentlich stärker an einen Sportwagen erinnert.

Die Streamliner bekommt ein integriertes blaues Alcantara-Armband. Geschlossen wird es mit einer Dornschließe aus Titan mit schwarzer DLC-Beschichtung. 

Damit zieht sich die Verbindung zu Alpine vom blauen Uhrwerk bis zum Armband durch das gesamte Design.

79.000 Franken – vor Steuern

Billig ist die Verbindung von Motorsport und Haute Horlogerie nicht.

H. Moser & Cie. verlangt offiziell 79.000 Schweizer Franken – ausdrücklich ohne Mehrwertsteuer. 

Und selbst wer bereit ist, diese Summe auszugeben, muss eines der wenigen verfügbaren Exemplare bekommen.

Denn weltweit entstehen lediglich 100 Stück.

Damit kostet die Uhr mehr als so mancher ausgewachsene Sportwagen – obwohl ihr 40-Millimeter-Gehäuse problemlos unter einen Hemdsärmel passt.

Vielleicht beschreibt genau das die Welt der Haute Horlogerie ziemlich gut: Während Alpine versucht, auf der Rennstrecke jede überflüssige Sekunde einzusparen, verkauft H. Moser die möglichst spektakuläre Darstellung eben dieser Sekunden für 79.000 Franken.

Quelle: H. Moser & Cie. / Alpine Motorsports, Vorstellung vom 2. September 2026. 

H. Moser & Cie. – offizielle Produktseite der Streamliner Tourbillon Skeleton Ceramic Alpine Limited Edition⁠

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